Kirchlicher Segen für homosexuelle Paare?

Einige Pastoren und Dekane der evangelischen Württ.Landeskirche wollen mit aller Kraft das mehrheitliche Votum der Synode außer Kraft setzen, das sich gegen eine Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren mit Eheleuten ausspricht. Mit welchem Recht fordern diese Personen die Missachtung des Votums ihrer Gemeinden?

Die Kirche sollte ihren Segen nicht verweigern, jedoch zwischen gleich-und verschiedengeschlechtlichen Paaren unterscheiden. Die einen versprechen sich gegenseitige Verantwortung bis ans Lebensende. Die anderen fühlen sich durch ihre Nachwuchsbereitschaft nicht nur der gegenseitigen Verantwortung, sondern zusätzlich auch unter großem Aufwand an Zeit, Engagement und Geld den künftigen Generationen verpflichtet.

G e g e n s e i t i g e  Verantwortung steht  g e n e r a t i v e r  Verantwortung gegenüber..

Verschieden ist eben nicht gleich, wie Ideologen glauben machen wollen. Daher darf  sich die evangelische Kirche nicht über synodale Beschlüsse hinwegsetzen, ohne ihr löblich demokratisches System zu beschädigen.

 

Leserbrief:

 

Einander zu segnen ist die innigste Geste, die Menschen sich gegenseitig schenken können. Einem Mitmenschen Gottes Schutz und Geleit für die künftigen Wege zuzusprechen ist wertvoller als jedes materielle Geschenk. Brautpaare, Kinder, junge Eltern, Sterbende werden gesegnet, bevor sie einen neuen Lebensabschnitt antreten. Insofern sollte auch gleichgeschlechtlichen Paaren der kirchliche Segen nicht verweigert werden, denn sie versprechen sich g e g e n s e i t i g e  Verantwortung und brauchen dazu Gottes Beistand.

Das Dilemma: Die Mehrzahl der Synodalen der Württ. Landeskirche will dokumentieren, dass sie eine Gleichstellung der Ehe mit  gleichgeschlechtlichen Verbindungen ablehnt. Für sie muss die nachwuchsfähige Ehe nach wie vor und zu Recht einen besonderen Rang in der Gesellschaft behalten, denn nur Kinder und deren künftige Sippen garantieren die Verantwortung der einen G e n e r a t i o n  für die nächste.

Gegenseitige Verantwortung endet mit dem Tod. Generative Verantwortung  überdauert den Tod durch den Nachwuchs.

Da es aber keinen Segen erster und zweiter Klasse gibt, kann die notwendige Unterscheidung nur im Wortlaut des Segens liegen.

Bärbel Fischer

 

 

 

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