Was meint “Gesellschaftlicher Wandel”?

Schrumpfalterung, Liberalisierung der Abtreibung, Genderwahn einschließlich Sprach-und Bildungs-deformation, Frühsexualisierung, wachsende Familienarmut etc. – alle die Veränderungen werden heute mit dem so genannten “Gesellschaftlichen Wandel” begründet, vielleicht sogar verschleiert. Grund genug, sich mit diesem schillernden Begriff zu befassen. Auf meine Bitte hat sich Herr Dr. Gerd Brosowski die Mühe gemacht, seine Überlegungen aufzuschreiben. Ganz herzlichen Dank für seinen Blick in die Geschichte und seine klare Analyse.  

Bärbel Fischer

 

Überlegungen zum politischen Begriff des „Wandels“.

 

Frau Fischer hat mich gebeten, mir ein paar Gedanken zu dem schillernden Begriff des Wandels zu machen – ist es überhaupt ein Begriff oder nur ein Schlagwort, das jeder nach gusto verwendet, also ein vom jeweiligen Interesse belegtes Wort? Und schon sind wir mitten in den Erörterungen. Aber der Reihe nach.

 

Woran könnte es liegen, dass der Begriff „Wandel“ zur Zeit noch so positiv „besetzt“ ist? Dass jemand, der das Wort verwendet, einen Kredit für sich beansprucht : Er habe etwas Sinnvolles vor, er handele im Sinne einer notwendigen und schließlich guten Entwicklung. Das war nicht immer so.

 

Die bekanntesten Wandlungen im Leben der Völker sind die Revolutionen. Solche Umwälzungen gleichen reißenden Strömen, die über die Ufer getreten sind; niemand weiß, wie die Sache ausgehen wird. Man sollte darauf gefasst sein, dass sie zu schrecklichen Ereignissen führen – s. z.B. die russische Revolution. Umwälzungen können sehr böse ausgehen; das sollte das Wort vom Wandel eher negativ erscheinen lassen. Warum ist das heute anders? Weil wir – so meine Meinung – zu unseren Lebzeiten eine Revolution erlebt haben, die meiner Kenntnis nach die segensreichste, friedlichste, überhaupt die glücklichste Revolution ist, welche sich je ereignet hat. Sie ahnen schon, was ich meine, aber erlauben Sie mir, einen kleinen Anlauf zu nehmen.

 

Anfang der sechziger Jahre prägte Egon Bahr den Begriff vom „Wandel durch Annäherung“. Gemeint war damit, sich mit den Staaten des Ostblocks Schritt für Schritt zu verständigen, jede mögliche Chance zu nutzen, um Verbesserungen für die Menschen zu erreichen. Es würde zu weit führen, sich hier mit den darauf aufbauenden Ostverträgen und deren Für und Wider zu befassen. Ich will nur einen davon nennen, der meiner Meinung nach der wichtigste war,  den Vertrag mit Polen. Es war doch auffällig, dass während der Revolution, die u.a. zur deutschen Einheit führte, die westlichen Staatsmänner, vorab Francois Mitterand und Margret Thatcher, sich vehement gegen die deutsche Einheit aussprachen, die Polen dagegen die Entwicklung still und eher wohlwollend begleiteten. Aber kommen wir jetzt zur großen, glücklichen Revolution in Europa.

 

Ende der achtziger Jahre waren auf deutschem Boden genügend Waffen versammelt, um die Erdbevölkerung mehrmals auszulöschen. Wann standen sich jemals solche bis an die Zähne bewaffneten, starken, höchst mobilen  Armeen gegenüber? Tatsächlich war der Albtraum der achtziger Jahre, dass eines Tages der letzte aller Tage ausbrechen würde, indem diese Armeen aufeinander losgehen würden. Die schöne Pfalz, heute mein geliebtes Wandergebiet, war bis zur letzten Bergkuppe mit Bomben, Treibstoffen, Giftgasen vollgestopft. Dann startete die friedliche Revolution des Jahres 1989 – Sie haben sie selbst erlebt, ich muss sie nicht schildern. Ohne dass nur ein einziger scharfer Schuss fiel, trennten sich die riesigen Armeen voneinander, die Höllenkammern in der Pfalz entleerten sich, die Soldaten zogen ab – übrigens eine logistische Meisterleistung! Etwas Ungeheures war geschehen, und niemand war zu Schaden gekommen. Wer immer die Helden im Stück waren – sicherlich die Ostdeutschen, wohl auch der polnische Papst, sicherlich die Könner, welche die Logistik bewerkstelligten – den Nutzen hatte ganz Europa, ja die ganze Welt.

Auffällig war unsere Undankbarkeit. Wäre man in früheren Jahrhunderten einem solchen Alptraum entronnen, so hätte man auf allen Bergen Kapellen errichtet, vielleicht auch in den Städten die eine oder andere Kathedrale; Jahr für Jahr wären die Dankgottesdienste gehalten worden. Wir jedoch meckerten über den Soli. Aber ich schweife ab, kehren wir zum Thema zurück.

 

Meiner Meinung nach ist es die überaus glückliche Erfahrung mit der gelungenen Revolution, welche den Begriff des Wandels so positiv erscheinen lässt. Wenn solcherlei möglich ist, was sollte dann noch unmöglich sein? Auch wer nicht explizit diese Revolution vor Augen hat, wenn er den Begriff „Wandel“ hört, so schwingt doch der glückliche Ausgang in seinem Gemüt mit und gibt dem Begriff seinen Kredit.

 

Ein unscharfer Begriff wie der des Wandels, der unterschwellig, sozusagen subkutan, positiv belegt ist, muss auf Betrüger und Lobbyisten aller Art unwiderstehlich wirken. Gelingt es, eine Absicht, und sei es die schäbigste, egoistischste, irrsinnigste, mit dem Wort des Wandels zu belegen, so hat man schon einmal einen Kredit eingesackt, und der Gegner mag sehen, wie er sich vom Odium des Altmodischen, Vorgestrigen, Unverbesserlichen befreien mag. Beispiele gibt es in Menge: Globalisierung, Wertewandel, Wandel der Nationen und des Staatsvolkes hin zu einer Art Stammesgesellschaft, die Tag für Tag die Regeln ihres Zusammenlebens neu aushandelt, Auflösung der Familie in eine Art Protofamilie ( Frau mit Kind, mehrere Kinder mit einer Art erwachsenem oder halberwachsenem Bandenführer u.s.w..).

Die wohl tollste dieser Sumpfblüten ist der Genderismus. Der allerdings will einen Wandel in einem Gebiet, wo er einen auf Erden unüberwindlichen Gegner vorfindet, die Natur.„naturam expellas furca, tamen usque recurret“ ( Horaz) : „Du magst die Natur mit der Heugabel verjagen, sie wird dennoch wieder zurückkehren“. Dieser Irrsinn wird sich an seinen eigenen Widersprüchen erledigen. Mit den anderen Spinnereien und Betrügereien, so fürchte ich, werden wir noch lange zu kämpfen haben.

 

Seit der glücklichen Revolution sind fast drei Jahrzehnte vergangen. Inzwischen mehren sich meiner Meinung nach die Umwälzungen, die Übles befürchten lassen und die dazu führen werden, dass der Begriff „Wandel“ negativ besetzt werden wird.

 

Anfang der neunziger Jahre wurden die gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung geändert. Zwar wurden Abtreibungen nicht explizit erlaubt, sondern nur von der Strafverfolgung befreit. Zugleich aber wurde der Weg zur Abtreibung – Beratung u.s.w. – genau beschrieben und in vielen Fällen sogar die Bezahlung durch die Allgemeinheit garantiert. Dem Bürger, welcher sich nicht mit den Verästelungen des Gesetzes befasst, mag es vorkommen, als sei die Abtreibung vom Staat erlaubt, ihr Verfahren von Staats wegen geregelt und die Bezahlung durch die Allgemeinheit in Aussicht gestellt. Die Abtreibung erscheint damit als legitimiert, als eine Art Gewohnheitsrecht, für das die Allgemeinheit gerade steht. Hat es das je gegeben, dass ein Staat die Tötung des eigenen Nachwuchses regelt und mitunter bezahlt?  Hat die abgrundtiefe Verachtung gegen unseren Staat, der sich zuweilen in Demonstrationen Bahn bricht („Deutschland du mieses Stück Scheisse“) in dieser Tatsache eine ihrer Ursachen?

 

Gewiss gibt es den sog. demographischen Wandel schon länger; die massenhafte Abtreibung ist einer der düsteren Begleitumstände. Man muss niemanden erklären, dass der demographische Wandel tatsächlich eine demographische Katastrophe ist.

 

In Deutschland brummt die Wirtschaft. Es wird wie nie zuvor produziert, exportiert, konsumiert. Der Deutsche kauft pro Jahr rund sechzig Kleidungsstücke, er geht im Jahr mindestens siebzehn Mal zum Arzt. Der sog. Staatskonsum wird ferner durch die Aufwendungen für die Zuwanderer befeuert; da wird von abenteuerlich hohen Summen gemunkelt. Nie gab es so viele Beschäftigten; kaum ist die Wöchnerin aus dem Bett, wird sie  an die Werkbank gescheucht und das Kind in der Krippe untergebracht.

Mir fiel schon länger auf, dass bei all dem toll gewordenen Produzieren und Konsumieren die Deutschen nicht wirklich reicher wurden. Wenn ein Deutscher in Mallorca sich vom Kellner bedienen lässt, so mag es sein, dass der Kellner ein Häuschen am Meer sein eigen nennt, dass das Dreirad, mit dem er zur Arbeit fährt, ihm gehört, dass er in eine große Familie eingebettet ist, auf die im Fall eines Falles Verlass ist. Der Deutsche wohnt vielleicht zur Miete, sein Auto ist geleast, im Alter wird er einsam sein und – wohl vergeblich -  darauf hoffen, dass die Kosten seiner Pflege die Gemeinde übernimmt.

 

Nun hat meine dunkle private Vermutung Unterstützung durch eine wissenschaftliche Untersuchung erhalten: Das Vermögen der Deutschen ist knapp dreimal so hoch wie das jährliche Bruttosozialprodukt. Und das sei, so die Ökonomen, recht wenig.

 

Die Deutschen wandeln sich von Eigentümern zu bloßen Konsumenten. Baute in den fünfziger Jahren die Familie unter Mühen und Not das Haus, welches dann zum geliebten Elternhaus der Kinder wurde, so fragt sich heute die smarte Junggesellin, weshalb sie sich so eine Immobilie ans Bein binden sollte.

 

Ich will meine Aufzählungen beenden und zusammenfassen. Meiner Meinung nach werden u.a. die demographische Katastrophe, der Wandel in der Haltung gegenüber dem Staat und die Wandlung des Bürgers vom Eigentümer zum bloßen Konsumenten den Begriff des Wandels negativ besetzen. Man wird zukünftig Angst vor dem Wandel haben, man wird ihn nicht mehr erwartungsvoll herbeiwünschen.

Dr. Gerd Brosowski

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entsetzt euch! Hippokratischer Eid zur Disposition ?

 

Frau Birgit Kelle verfasste folgendes Essay auf Frau 2 000 PLUS zur Abtreibung

Abtreibung ist kein leichtes Thema, keines das kalt lässt. Gerade schwappte die Debatte darüber wieder in die Öffentlichkeit, weil ein Arzt in Dannenberg beschlossen hatte, in seiner Abteilung keine Abtreibungen mehr durchführen zu lassen. Die öffentliche Empörungsmaschinerie der Politik trat sofort in Gang. Der Arzt wird nun das Krankenhaus verlassen, der Chefarzt der Klinik ist freigestellt. Was hatten sie Skandalöses getan? – Ihren hippokratischen Eid ernst genommen. Es hat mich zu einem Essay inspiriert, erschienen in der Tageszeitung „Die Welt“, leider ist der Text nicht frei lesbar, Sie finden ihn für Abonnenten hier unter dem Link. Vorweg aber ein paar Ausschnitte: „Während man den Grundsatz „Du sollst nicht töten“ auf Partys engagiert vertreten kann, während man an einer veganen Soja-Latte nippt und solange es gilt, das Schreddern von Hühnerküken zu verhindern, führt es zu Empörung im Land, wenn man den gleichen Grundsatz auf ungeborene Kinder anwendet, die leider zur falschen Zeit im falschen Bauch liegen. Denn wir sind doch ein Land, das vorgibt, man wolle mehr Kinder und man sei bemüht, kinderfreundlich zu agieren. Fordern wir nicht sogar parteiübergreifend Kinderrechte ins Grundgesetz? Freilich reden wir aber nur von den Rechten bereits geborener Kinder. Nicht aber von ihrem Recht, geboren zu werden. Die Willkommenskultur für potenzielle Neubürger funktioniert für Kinder, die aus Booten und Zügen steigen, aber nicht für jene, die noch im Mutterbauch schlummern…. Der internationale Exportschlager Abtreibung fällt ausgerechnet auf diejenigen zurück, die ihn am lautesten eingefordert haben: die Frauen. Wir haben die Abtreibung in die Welt getragen und jetzt werden weltweit vor allem Mädchen abgetrieben. Der Feminismus frisst seine Töchter und alle schauen verschämt weg. Allein in Indien und China reden wir von zusammen 160 Millionen Mädchen, die fehlen. Bei Wikipedia hat es diese Tragik inzwischen zu einem eigenen Genre gebracht: man spricht von Femizid. Bei uns agiert eine ganze Gesellschaft verlogen, denn inzwischen sind die meisten von uns Betroffene. Eine jahrzehntelange Abtreibungspraxis, die den Ausnahmefall zur Regel machte, ging nicht spurlos vorbei. Kaum jemand, der nicht ein Frau, eine Mutter, eine Tochter, eine Freundin oder eine Kollegin kennt, die „es“ hat „wegmachen lassen“.”
Deutschlandradio Kultur hat den Beitrag in seiner Berichterstattung aufgenommen, zu finden unter diesem Link.
Und auch das Pro Medianmagazin, berichtet über den Text mit zahlreichen zitierten Passagen.

FÜR das Lebensrecht ungeborener Kinder

Unter folgendem Link können Sie sich an einer Solidaritätsbekundung für den Gynäkologen Thomas Börner und den Klinikleiter der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg, Markus Fröhling,  beteiligen, die sich weigern, Abtreibungen vorzunehmen. Welchem Druck sie dadurch ausgesetzt sind, zeigt folgende Petition:

http://www.citizengo.org/de/lf/41005-solidaritaet-mit-thomas-boerner-und-markus-froehling-gegen-die-kultur-des-todes-den-capio

Eugen-Bolz-Preisverleihung an Frau Dr. Angela Merkel

Heute am 1. Februar, wird der Eugen-Bolz-Preis an Frau Dr. Angela Merkel verliehen. http://www.eugen-bolz-stiftung.de/die-stiftung/eugen-bolz-preis-traeger/index.html

Eugen Anton Bolz war ein deutscher Politiker der Zentrumspartei. Von 1928 bis 1933 war er Staatspräsident des Volksstaats Württemberg. Später beteiligte er sich am Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Die Eugen-Bolz-Stiftung wurde im Jahr 2007 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts begründet. Sie erwuchs aus einem 1949 gegründeten gleichnamigen Verein. Die Stiftung vergibt den Eugen-Bolz-Preis. Dieser wird verliehen an Persönlichkeiten, “die in besonders hervorragender Weise Leben, Wirken und Denken von Dr. Eugen Bolz sichtbar und erfahrbar machen”. Auf diese Weise soll das Gedächtnis an Dr. Eugen Bolz bewahrt werden und totalitären Tendenzen in der Gesellschaft entgegengearbeitet werden. Der Eugen-Bolz-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wurde 1997 erstmals verliehen und wird seitdem in unregelmäßigen Abständen von zwei bis drei Jahren vergeben.

 

Im folgenden Brief an den Stiftungsvorstand wirft der Autor einen kritischen Blick auf die Politik der Preisträgerin “aus christlicher Verantwortung” und stellt deren Preiswürdigkeit in Frage:

 

 

Eduard Grabherr, Ziegelstrasse 47,  88456 Ingoldingen, 08. 01. 2017

 

Eugen-Bolz-Stiftung                                                                                          Geschäftsstelle                                                                                                                  Stadt Rottenburg a. N.

Marktplatz 18                                                                                                                   72108 Rottenburg a. N.

 

Betrifft: Verleihung des Eugen-Bolz- Preises für Politik aus christlicher Verantwortung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich bin Vater von zwei Kindern und Großvater von 5 Enkeln im Alter von 1-6 Jahren. Verständlicherweise liegt mir deren Zukunft und damit jene unseres Landes sehr am Herzen.

Deshalb schließe ich mich auch der Meinung an, dass „verantwortungsvolle Politik sich nicht am nächsten Wahltermin, sondern am Wohl der nächsten Generation orientiert (W. Weimer).“

Aus ebendiesem Grunde finde ich Ihre Entscheidung den Eugen Bolz-Preis an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel zu vergeben, nicht gerechtfertigt, sondern befremdlich.

Warum?

An einigen Beispielen versuche ich aufzuzeigen, dass ich bei Angela Merkel einen überzeugenden verantwortungsethischen Politikstil zunehmend vermisse. Und es ist deshalb leicht abzusehen, dass die Generation meiner Enkel die wohl wenig erfreulichen Konsequenzen dieser Politik wird mühsamst auskosten müssen. Man ist an die alttestamentliche Weisheit erinnert: „Unsere Väter (und Mütter) haben süße Trauben gegessen und wir haben stumpfe Zähne bekommen. (Hes 18,1 – 4)“

Deshalb bin nicht nur ich beunruhigt, wie der gesamte etablierte Politikbetrieb – und die Kanzlerin voran – die herannahende demographische Katastrophe von Legislaturperiode zu Legislaturperiode verniedlicht und verdrängt. Das wird uns bald gewaltig um die Ohren fliegen. Die Vergreisung der Gesellschaft und deren sinkende Innovationskraft wird erhebliche ökonomische Defizite zur Folge haben. Ebenso ist absehbar, welche massiven Konflikte sich im Zusammenhang mit dem Generationenvertrag ergeben werden. Die aktuelle Rentendiskussion wird dagegen wie ein mildes Lüftchen sein. Wie in der Flüchtlingspolitik werden im Vorfeld die Augen verschlossen (so Minister a.D. Schily), bis die Dämme brechen.

Wann hat die Kanzlerin je ein anerkennendes und Mut machendes Wort für Mehrkind-Familien gefunden? Oder gar einen vernünftigen Vorschlag für eine Familienpolitik gemacht, damit Familien mit mehr als ein bis zwei Kindern nicht ins materielle und soziale Abseits und deren Mütter nicht in Altersarmut geraten? Vorschläge gerade von christlich orientierten Familienverbänden liegen durchaus vor, erfreuen sich aber der konsequenten Ignoranz der Kanzlerin und der CDU. So müssen sich Mehrkindfamilien weiterhin als die Dummen fühlen, obwohl gerade diese unsere Gesellschaft tragen und tragen werden. Das ganze Gendergetöse dagegen wird breit aufgestellt und materiell großzügig gefördert. Auch von CDU geführten Ländern und gegen den erklärten Willen der Eltern (z.B. MP Bouffier in Hessen!).

In all ihren Kanzlerjahren hat Dr. Frau Merkel nicht ein einziges Mal eine „Willkommenskultur“ gegenüber den jährlich 100.000 abgetriebenen Föten angemahnt. Hier wäre Politik aus christlicher Verantwortung und ein Widerstand gegen den Zeitgeist gefragt. Familienpolitisch lässt sich jedenfalls feststellen, dass wir unter der Kanzlerin Frau Dr. Merkel mittlerweile bei DDR-Verhältnissen angekommen sind.

Warum tritt Dr.  Frau Merkel nochmals als Kanzlerkandidatin an, obwohl renommierte Verfassungsrechtler wie Di Fabio und Scholz ihr bescheinigen, dass sie mit der mangelhaft durchdachten und mangelhaft abgestimmten Grenzöffnungspolitik entgegen ihrem Amtseid das Deutsche Volk (also jene, „die schon länger hier leben“) aller Voraussicht nach nicht „vor Schaden bewahrt“ hat? Auch die Feststellung, dass Angela Merkel durch ihre Migrationspolitik die Brexit Stimmung angeheizt, Europa gespalten und in eine schwere Krise gestürzt hat, vermag man wohl nur schwer zu widerlegen.

Nun gibt es aber eine schöne Zauberformel, die Kanzlerin Angela Merkel und ihren Getreuen den Machterhalt und auf Parteitagen Jubelorgien garantiert. „Es gäbe zu dieser Politik keine Alternative.“ Dabei bin ich der Meinung, dass kritische Gegenstimmen wie die von Wolfgang Bosbach erheblich christlicher und verantwortungsvoller klingen und gerade ein Politiker seines Formates den Eugen-Bolz Preis verdient hätte. Dass Frau Merkel andere fähige Politköpfe des Feldes verwiesen hat, sei nur nebenbei erwähnt. Auch wie schnell man nicht nur, aber auch von Merkel-Freunden als Rechtspopulist etikettiert wird.

Insgesamt lässt es sich leicht ausmalen, wie kommende Generationen unter der Renten- und Pflegelast, unter den Milliardenkosten für nicht integrierbare Migranten und einer EU, die nach den Bundestagswahlen zu einer Transferunion verkommen wird, ächzen werden.

Soweit zum voraussichtlichen ökonomischen Schaden der „preiswürdigen“ Merkelpolitik.

Es spricht aber auch nicht gerade für die kulturhistorische Kenntnis und Verantwortung von Frau Dr. Merkel, wenn sie ohne jede Differenzierung behauptet, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Geradezu ein Hohn in den Ohren der Christin Sabatina James und anderer konversionswilliger Muslime. Oder der drangsalierten Christen in den Flüchtlingslagern. Da mag man es passgenau finden, dass ein Kardinal, der aus „timor muselmanii“ sein Kreuz versteckt, die Laudatio zu dieser „Verantwortungsparty“ hält.

Jedenfalls habe ich erhebliche Zweifel, ob die nächste und übernächste Generation die Politik von Frau Dr. Merkel als „preiswürdig“ empfinden wird … und ich fühle mich im Gewissen verpflichtet, Sie dies wissen zu lassen. Gerade deshalb würde mich Ihre und vor allem die Sichtweise von Kardinal Marx zu Kanzlerin Merkels  „Politik aus christlicher Verantwortung“ interessieren. Falls möglich bitte ich um Nachricht, ob seine Laudatio in irgendeiner Form, z. B. auf Ihrer Homepage zugänglich gemacht wird.

Mit freundlichen Grüßen

Eduard Grabherr

 

 

Ps.: zu meiner Person:

Ich bin 74 Jahre alt, Industriekaufmann in leitender Stellung, i.R., katholisch, theologisches Fernstudium und stets in der kirchlichen Gemeindearbeit, jetzt insbesondere bei den Senioren aktiv. Ebenso war ich jahrzehntelanges Mitglied der CDU, habe aber aus oben angeführten Gründen – (das alles hat meine Schmerzgrenze überschritten) vor kurzem schweren Herzens meine Mitgliedschaft aufgekündigt.

Nachrichtlich: An Forum Familiengerechtigkeit, Ravensburg; Herrn Eugen Abler, CDU Bodnegg

“We move EU” – wirklich? und wohin?

Sehr geehrte Damen und Herren von “We move EU”,

soeben habe ich Ihre Petition gegen Steuervermeidung und Steuerhinterziehung von Konzernen aus vollster  Überzeugung unterschrieben.                                                        Ihr nächstes Vorhaben jedoch sieht “Das Recht auf Abtreibung in Polen” vor.

Eine Petition zum  RECHT  AUF  ABTREIBUNG  in Polen werde ich keinesfalls unterschreiben. Als Europäerin will  ich das Leben der Allerschwächsten geschützt wissen ( Art. 1 GG )
Wie  kann Ihre  Kampagne für ein besseres Europa eintreten wollen, aber gleichzeitig die humanen Ressourcen für Europa in die Tonne befördern ? Nicht nur in Deutschland fehlt schon heute der Nachwuchs mit der Folge, dass wir unsere Eltern kaum mehr versorgen können. Aber der Nachwuchs fehlt auch an den Schulen, im Handwerk, in der Industrie. Es nützt nichts, dass wir in Europa aus Nachwuchsmangel den Bildungslevel  für ein Hochschulstudium immer weiter absenken und inzwischen ein inflationäres ABI-Light anbieten, das zwar für überfüllte Hörsäle sorgt, letztlich aber den Ansprüchen nicht genügt. Ganz schnell werden wir im globalen Bildungsrating ins Hintertreffen geraten. Will sagen: Je mehr Kinder wir abtreiben, umso schneller werden wir global auf die letzten Plätze zurück fallen. Die Natur bestraft jeden Eingriff in ihr System, was wir ja am Klimawandel bereits hautnah erleben.

 

Mein Widerstand gegen das “Recht auf Abtreibung” ist darin begründet, dass Europa nicht noch weiter geschwächt werden darf. Wenn wir uns an den Allerschwächsten vergreifen, verhindern wir unsere eigene Zukunft. Jährlich ca.100 000 getötete Föten allein in Deutschland haben verhindert, dass  wir heute auf ein gesundes Rentensystem bauen können. Seit 1992 haben wir 2 400 000 junge Menschen, und damit auch deren potentielle Sippen ins Jenseits befördert!  Nun ist die Gefahr der Altersarmut rabiat gestiegen, und die Rentenpolitiker bekommen Schweißausbrüche.

 

Mir ist durchaus bekannt, dass aus feministischem  Interesse  im europäischen Parlament das “Recht auf Abtreibung” überaus aggressiv vertreten wird. Ich behaupte aber, dass dieses Ansinnen Europa extrem schaden wird. Jeder Angriff auf natürliche Ressourcen rächt sich. Grüne Politik wird sich demnächst verantworten müssen für die Schäden, die sie entgegen ihrem einst proklamierten ökologischen Ethos an der menschlichen Population anrichtet.

 

“Mein Bauch gehört mir” – kein Slogan hat Europa mehr geschadet als dieser! Denn menschliche Gesellschaften sind eben darauf angewiesen, dass der Nachwuchs von den Vorderen lernt und sein Wissen und Können wiederum an die nächste Generation weitergibt. Nein – mein Bauch gehört eben nicht mir allein, sondern er gehört auch der Gesellschaft und ihrem Fortbestand! Individualismus schädigt das Sozialwesen – dies ist die Bilanz aus der Hybris der letzten Jahrzehnte!

 

Ihre Initiative will Europa “bewegen”? Mit Ihrem Vorhaben werden Sie Europa nicht bewegen, sondern handlungsunfähig machen.

 

Bisher hat sich Polen gegen ein Recht auf Abtreibung gewehrt und wird es aus europäischem Interesse hoffentlich auch weiter tun. Demokratie in Europa kann nicht heißen, über Bord zu werfen, was Europa nützt. Besser, polnische Geisteswissenschaftler bringen Europa künftig voran, weil deutsche inzwischen zu Hunderten fehlen!

 

Wir müssen nicht Abtreibung legalisieren, sondern Kindern eine Zukunft schenken. Und daran hapert es in Deutschland gewaltig. Wie wäre es, wenn Sie eine Aktion starten würden für Familiengerechtigkeit, damit Elternarbeit künftig als geldwerte und rentenwirksame Arbeit gewertet wird?

und

 

Sehr geehrte Damen und Herren, als Sippenälteste werde ich nie und nimmer eine Petition unterschreiben, die EUROPA verarmen lässt.

 

Mit nachdenklichen Grüßen

Bärbel Fischer
i. A. der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

 

 

Wir erheben uns über unsere natürliche Menschlichkeit

Beim Thema  “Social Freezing” entlarvt Birgit Kelle in ihrer beachtenswerten Kolumne die Freiheit der Frau von ihrer biologischen Bestimmung als neue Abhängigkeit: “Wir sollen frei sein – ja wofür eigentlich? Genau, für den Arbeitsmarkt, die Karriere, die Selbstbestimmung, das Geldverdienen”….

Hurra, Empfängnis, Geburt, Fruchtbarkeit, Tod - alles in Menschenhand! Wir verfügen über die Pille danach, Abtreibung, Präimplantationsdiagnostik, Social Freezing, Euthanasie.

B e f r e i u n g ?                                                                                                                Wir haben kein Recht mehr, unser Kind dann zu bekommen, wenn es kommen will. Wir haben kein Recht mehr, ein Kind mit Defekten zu bekommen. Wir haben kein Recht mehr, bei unseren Kindern zu bleiben. Wir haben kein Recht mehr, pflegebdürftig zu sein und auf den Tod zu warten.

Wir sind Gefangene derer, die Macht ausüben und damit dem totalen Befreiungsdruck ausgesetzt. 

http://www.birgit-kelle.de/Kolumne-Volle-Kelle.22.0.html

 

Sehr geehrte Herren Bischöfe!

Der heutigen Berichterstattung in der Presse entnimmt die Leserschaft, dass die katholischen Bischöfe Marx und Fürst, wie bereits der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm die Wählerschaft dringend davor warnen, ihr Kreuz bei der AfD zu machen. Deren Politiker werden als schießwütige Ungeheuer diffamiert und in die Nazi-Ecke geschoben. Wer allerdings das AfD- Programm liest, erfährt erstaunt, dass es eine politische Partei gibt, der 100 000 jährlich abgetriebene Föten nicht gleichgültig sind, die eine Willkommenskultur für Ungeborene fordert und die sich u. a. gegen den Missbrauch unserer Bildungseinrichtungen im Sinne der Regenbogenlobby stemmt.

Unser Schreiben an die Bischöfe:

Sehr geehrter Herr Kardinal Marx,

sehr geehrter Herr Bischof Fürst,

sehr geehrter Herr Landesbischof Bedford-Strohm,

als Katholikin seit meiner Taufe, als Religionslehrerin im 45-jährigen Dienst, als aktive Mitarbeiterin im ökumenischen Engagement christlicher Gemeinden will ich Ihnen heute meine Empörung ausdrücken über Ihre Schmähung der AfD. Ich bin nicht verdächtig, die AfD zu wählen, denn mein politisches Engagement gehört seit Jahren der „Ökologisch-Demokratischen-Partei – Familie und Umwelt“, die sich nach christlicher Wertordnung ausrichtet. Wann haben Sie als Kirche  jemals unsere Ziele gegenüber dem Wahlvolk unterstützt?

Meine Empörung entzündet sich vor allem an der Missachtung demokratischer Selbstverständlichkeiten, dass Kirchen weder positive noch negative Wahlempfehlungen abzugeben haben, nicht einmal zu Parteien, denen Sie nicht über den Weg trauen. Dieses Gebot haben Sie nun empfindlich verletzt aus purer Political Correctness.

Dabei  m u s s t e  zwangsläufig, leider viel zu spät, rechts von der so genannten Mitte eine Partei entstehen, welche das Vakuum aus ehemals CDU / CSU-Positionen füllt, die unter Angela Merkel aufgegeben, bzw. durch links-rot-grüne Paradigmen ersetzt wurden. Man denke nur an die sträfliche  politische Missachtung elterlicher Kindererziehung, die bislang durch Art. 6 GG abgesichert war, an die skandalöse Implementierung von inhumanen Genderideologien in die Gesellschaft, an die rechtswidrige Einmischung von schulfremden Lobbyisten, wie z.B. der Regenbogenlobby in schulische Bildungspläne. Wenn Sie das AfD-Wahlprogramm durchlesen, dann erkennen Sie, dass diese Partei alle Fehlentscheidungen unserer Regierungen korrigieren will.

Dass die AfD  leider zu einem Sammelbecken auch für radikale Bürger wurde, ist die Folge vernachlässigter Bürgernähe durch die Parteien und ein wirklich ein großes Problem. Denn sonst könnten konservative Bürger guten Gewissens AfD wählen. Vermutlich steigt die Sympathie vieler Wähler für die AfD in dem Maße wie die offizielle und mediale Diffamierungskampagne zunimmt. Damit hätten Sie, sehr geehrte Herren Bischöfe, Ihrem Ziel, die AfD zu verhindern, einen gewaltigen Bärendienst erwiesen.

Ja, die Angst vor rechtsradikalen Kräften steigt. Aber mit Diffamierungen eine politische Kraft zu verhindern hat noch nie funktioniert, weil die Menschen ja nicht so einfältig sind wie meist angenommen. Was bleibt ihnen, wenn sie nicht mit Pegida demonstrieren wollen, denn anderes übrig, als alle 4 oder 5 Jahre mit dem Wahlkreuzchen zu protestieren?

Sehr geehrte Herren Bischöfe, wenn Sie sich, was ich explizit ablehne, schon zu Warnungen hinreißen lassen, so hätten Sie längst auf eine Partei aufmerksam machen können, die durch kirchlich-mediale Vernachlässigung bisher ein Schattendasein führt, nämlich die Ökologisch-Demokratische-Partei ÖDP. Die C-Parteien haben ihr C längst in den Wind geschrieben, s. o. Ansonsten wünschen wir Christen uns, dass sich die Kirchen r e c h t z e i t i g  in die Politik einmischen und ihre Standpunkte ohne Scheu vertreten, nicht erst drei Wochen vor der Wahl.

 

Empört grüßt Sie ein Christenmensch namens

Bärbel Fischer

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Dazu ein Leserbrief an die Schwäbische Zeitung von Eduard Grabherr:

Die überbordende Demagogie gegen die AfD, sei es von politischen Gegnern, Journalisten oder insbesondere jetzt auch von Kirchenleuten, erinnert mich
an die biblische Erzählung vom selbstgerechten Pharisäer (LK,18,9-14). “…Herr ich danke Dir, dass ich nicht bin wie der Tübinger OB  Palmer und Damen von der AfD, die so verwerflich schießwütig sind, dass sie sogar einen “hypothetischen” Schusswaffeneinsatz zur Sicherung der Grenzen für möglich halten. …”
Hingegen muss ich feststellen, dass zugunsten der 100.000 jährlich Abgetriebenen aus political correctness niemand mehr ein Wort des Bedauerns übrig hat. Gerade aus dem oben angeführten Personenkreis. Statt mit denWölfen zu heulen, sollten diese das Landtagswahlprogramm der AfD, insbesondere das familienpolitische Programm lesen. Dann würden ihnen die Vorurteile wie Schuppen von den Augen fallen. Denn die geschmähte Partei wagt es, sich auch für eine Willkommenskultur gegenüber den Ungeborenen einzusetzen!
In diesem Zusammenhang fällt auch auf, dass die politisch Aktiven der AfD gerade gegenüber dem linken Parteienspektrum erheblich mehr Kinder haben und erziehen. Es ist doch anzunehmen,  dass jene,  die zahlreiche Kinder und Enkel haben, verantwortungsvollere politische Entscheidungen herbeiführen würden als jene mit Spaß- Kuschel- und Selbstverwirklichungshorizont. Dass Grün-Links Letzterem huldigt ist bekannt, dass dieses Virus aber bis weit ins bürgerliche Lager wuchert, macht nachdenklich und betroffen. “Alternative Therapieverfahren” scheinen geboten.
Eduard Grabherr
Ziegelstrasse 47
88456 Ingoldingen
Tel. 07355/1531

 

 

“Herr Doktor, helfen Sie mir zu sterben!”

Gegenwärtig diskutiert man, ob und welchen Lebenswert ein todkranker Mensch noch besitzt.  Ein Großteil unserer Gesellschaft sympathisiert bereits mit dem Gedanken an ein vorzeitiges Lebensende, falls die körperlichen und geistigen Kräfte schwinden. Ist es nicht vernünftiger, seinem Leben ein vorzeitiges Ende zu setzen, als unter Schmerzen noch wochenlang der Familie und der Krankenkasse auf der Tasche zu liegen? Wir wollen doch unserer Familie und der Gesellschaft nicht zur Last fallen!

Was ist geschehen, dass wir etwa seit der Jahrtausendwende die persönliche Selbstbestimmung zum einzigen Kriterium über Leben und Tod erheben? Was ist geschehen, dass wir persönliche Souveränität im Vollbesitz unserer Vernunft mit WÜRDE verwechseln?

  • Wo beginnt und wo endet persönliche Autonomie?
  • Gibt es die absolute, von Mitmenschen völlig unabhängige Souveränität überhaupt, oder ist diese Vorstellung reine Illusion?
  • Waren wir nicht bereits ein Leben lang auf die Begleitung und Unterstützung unserer Mitmenschen angewiesen? Warum sollte das auf der letzten Wegstrecke nicht mehr gelten?
  • Besitzt ein Baby, das vollkommen auf Hilfe und Versorgung seiner Eltern angewiesen ist, keine Würde, keinen Wert?
  • Welche Würde besitzt ein behinderter Mensch, der total auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen ist?
  • Verliert ein alter Mensch nach seiner Lebensleistung Würde und Wert, wenn seine körperlichen und geistigen Kräfte nachlassen?

Wie kommt es, dass Euthanasie plötzlich diskutabel geworden ist, dass wir neuerdings wieder zwischen “wertem und unwertem Leben” unterscheiden? Hat etwa die demographische Entwicklung damit zu tun, weil wir fürchten, auf der letzten Wegstrecke allein gelassen zu werden? Oder geht es eher darum, Kosten zu vermeiden, wenn demnächst die Pflegebedürftigkeit der alten Menschen massiv ansteigt und nicht mehr zu leisten ist? Sorgen wir mit dieser Diskussion  nicht klammheimlich dafür, dass sich die „Ineffektiven“ allmählich selbst aus dem Weg räumen?

Diese Diskussion wird unsere Gesellschaft verändern. 

Im Rückblick: Die Aufweichung des Abtreibungsverbots hatte zur Folge, dass in Deutschland jährlich etwa 100 000 Nachkommen und deren künftige Sippen verschwanden. Heute beklagen wir den „demographischen Wandel“, der in Wahrheit eine demographische Katastrophe ist, und der uns den Titel WELTMEISTER  DES KINDERSCHWUNDS verleiht. Der Wert eines gezeugten Menschen scheint hierzulande gegen Null zu tendieren. Mehrere Eingaben von Parlamentariern im Europaparlament fordern sogar, „Abtreibung als Menschenrecht“ zu deklarieren. Die freiverkäufliche „Pille danach“ tut das Übrige. 

So wenig, wie wir seit Jahren die menschlichen Föten vor Gewalt schützen, so willig werden wir die Gewalt von Greisen gegen sich selbst tolerieren, wenn wir die mediale Diskussion nur lange genug und beharrlich  fortsetzen. Am Ende wird der Tötungsparagraph ebenso aufgeweicht sein wie der Abtreibungsparagraph.

Damit aber hat sich Artikel 1 GG  erledigt. Denn wenn wir nicht mehr willens sind, die Schwächsten in unserer Gesellschaft, ob am Anfang oder am Ende des Lebens, zu schützen und zu stützen, dann haben wir den Anspruch verspielt, ein Rechtsstaat zu sein.

Wir verabscheuen nationalistisches Gedankengut wenn es um Flüchtlinge geht. Erznationalistische Euthanasie aber halten wir paradoxerweise  für akzeptabel.

Bärbel Fischer, ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

 

Mehr Geburten, aber nicht genug

Der Leitartikel vom 22. 08. 2015 in der Schwäbischen Zeitung beschäftigte sich mit der Meldung des Statistischen Landesamts, dass in Baden Württemberg 2014 migrationsbedingt 715 000 Kinder mehr geboren wurden als im Vorjahr. Das sei allerdings kein Verdienst der Politik und erst recht keine Entwarnung, so der Autor.

Dazu zwei Leserbriefe:  

Die Lösung ist so einfach!

Herr Buchsteiner hat in seinem Leitartikel vollkommen recht, dass diese gute Nachricht nichts mit den katastrophalen Entwicklungen in der Familienpolitik und schon gar nichts mit Frau Schwesigs Bemühungen, Familienpolitik als Zubringer für die Wirtschaft zu betrachten und Mütter möglichst früh – aller Bedenken der Entwicklungspsychologen zum Trotz -  wieder in den Arbeitsprozess zu stecken,zu tun hat.

Die Einseitigkeit der Sichtweise, auch von den Familienforschern Rost und Dorbritz, ist bei diesem Thema enorm. Es wird immer nur aus der Perspektive der Frau in Erwerbsarbeit geschaut. Somit  werden Elterngeld und außerfamiliäre Betreuung als Retter bezeichnet. Eine Mogelpackung.

Viele würden gerne beim Kind bleiben oder mehrere Kinder haben, wenn sie es sich leisten könnten.

Was ist aus Bundes- und Landeserziehungsgeld geworden, die gerade einkommensschwächere Familien drei Jahre lang unterstützten? Warum werden mit dem vergleichsweise kurzen Elterngeld gut verdienende Frauen besser unterstützt? Weil es Lohnersatz ist, keine Familienleistung!

Hier wurden seit Jahren zu viele falsche Weichen gestellt.

Die Frage nach einer schnellen Verbesserungsmöglichkeit läßt sich übrigens leicht beantworten:

1. Geben wir jeder Mutter ein sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt: Dann gibt es echte Wahlfreiheit statt Kinderhort oder Verarmung. 2. Kümmern wir uns damit wirklich endlich um alle gebärfähigen Frauen (nicht nur die gut verdienenden). Dann entscheiden sich schwangere Frauen für ihr Kind, dann sinkt die Zahl der Abtreibungen (90% soziale Indikation = 90000 Kinder mehr pro Jahr und das seit Jahrzehnten).

Die Lösung ist längst da, doch wo sind der politische und gesellschaftliche Wille?

Thomas Bergmann, Bad Waldsee

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Professor Herwig Birg, der Nestor vorausschauender Bevölkerungsentwicklung, bestätigt, dass trotz migrationsbedingtem Geburtenplus 2014  noch immer längst nicht genug Kinder geboren werden als nötig wären, um den künftigen Fachkräftebedarf, und damit den Lebensstandard von heute  zu sichern. Er rechnet vor, dass aufgrund jahrelanger Stagnation der Geburten von nur 1,4 Kindern pro Frau bereits eine Bevölkerungsschrumpfung von 16 Mio. bis 2050 auch durch Migration nicht mehr rückgängig zu machen ist. Dies ist die Folge deutscher Gesellschaftspolitik, die blind auf die Arbeitsmarktverwertbarkeit, d.h. auf Lohnsteuereinkünfte und Sozialabgaben durch junge Frauen setzt, ihnen aber keine Möglichkeit mehr lässt, eine Familie mit mehreren Kindern zu gründen und ihre  Wunschkinder so viele Jahre ohne finanzielles Risiko zu begleiten, wie es humanbiologisch erforderlich wäre. Solange Eltern in Deutschland jedoch ab dem zweiten Kind bereits Strafsteuern zahlen müssen dafür, dass sie überhaupt noch Kinder aufziehen, solange wird sich der ökonomische und rentenpolitische Abstieg in unserem Land trotz Migration nicht aufhalten lassen.
Bärbel Fischer, Leutkirch