“Kinderrechte in die Verfassung” – wozu?

Bei allem Streit in den gegenwärtigen Sondierungsgesprächen zu einer Jamaica-Koalition gibt es kaum Differenzen bei dem Vorhaben, „Kinderrechte“ gesondert in die Verfassung aufzunehmen. Und das geschieht wieder einmal hinter verschlossenen Türen ohne öffentliche Debatte.

 

Es geht um das Kindeswohl, und das ist gut so. Kinder müssen vor Gefahren für Seele, Leib und Leben geschützt werden, also vor Abtreibung, vorzeitiger Trennung von den Eltern, sexueller Irritation, Freiheitsberaubung und Armut. Daher hat der Staat die Pflicht, jedem gezeugten Kind die biologischen, ökonomischen und psychischen Bedingungen zu schaffen, die es zu einem sicheren, stabilen und geborgenen Aufwachsen braucht.

 

Genau diese Bedingungen aber stellt der Staat selbst seit geraumer Zeit zur Disposition und schädigt die nächste Generation  durch lasche Handhabung des § 218, durch hirnschädigenden Trennungsstress bei Kleinkindern, durch sexuelle Indoktrination von Schulkindern, durch verpflichtende Ganztagsbetreuung und armutsfördernde Sozialgesetze. Ergo müsste der Gesetzgeber zuerst einmal seine eigenen katastrophalen Fehler korrigieren!

 

Sollte letztlich die Verfassungserweiterung jedoch dazu dienen, dass der Staat den Eltern die Deutungshoheit für das Wohl ihrer Kinder entzieht, damit er willkürlich schalten und walten kann, dann muss sich breiter Widerstand regen.

 

Bärbel Fischer

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Dazu ein Schreiben des Bündnisses RETTET  DIE  FAMILIE an alle Abgeordneten des neuen Deutschen Bundestages:

http://www.rettet-die-familie.de/rdf_files/images/content/Kinderrechte.pdf

 

 

Vater – Mutter – Staat

Am 27. Oktober 2014 wird im LUDWIG-Verlag o.g. Buch des Journalisten Rainer Stadler erscheinen. Rainer Stadler, geboren 1967, studierte Informatik und absolvierte die Journalistenschule in München. Er arbeitete als freier Journalist und Auslandskorrespondent (Los Angeles) und schrieb u.a. für die Süddeutsche Zeitung, den Focus und den Spiegel. Seit 2001 ist er Redakteur beim SZ-Magazin. Rainer Stadler ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung

Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören

Kurzbeschreibung

Die betreute Generation

Irgendwas läuft hier falsch. Wie sonst ist das wachsende Unbehagen von Eltern zu erklären, die ihre Kinder kaum noch sehen, weil sie im Büro sitzen, vorgeblich um sich selbst zu verwirklichen? Wie die Untersuchungen zu Stresshormonen bei Krippenkindern, die hier locker mit Topmanagern mithalten? Warum überlassen immer mehr Eltern die Verantwortung für ihre Kinder ganz selbstverständlich fremden Menschen? Eltern, die in ihrer Jugend noch »We don’t need no education« riefen. Eltern, die ihren Kindern Pippi Langstrumpf vorlesen. Rainer Stadler, Journalist und Vater, macht sich auf die Suche nach Gründen für den Sinneswandel und erkennt ein System: Aus kühl kalkulierten ökonomischen Gründen propagiert eine Koalition aus Politik und Wirtschaft seit Jahren den massiven Ausbau der Kinderbetreuung und hat das Leben der Familien und der Gesellschaft insgesamt tiefgreifend verändert. Wer sich gegen die verordnete Ganztagsbetreuung stellt, ist auch gegen Emanzipation und Förderung, jeder leise Zweifel wird damit im Keim erstickt. Rainer Stadler stößt eine längst überfällige Diskussion an. Sie betrifft uns alle.

http://www.randomhouse.de/Buch/Vater-Mutter-Staat/Rainer-Stadler/e461172.rhd

Man darf gespannt sein!

 

 

 

Elterngeld PLUS beschlossen – totaler Bluff!

Abgesehen von der Tatsache, dass das 2007 beschlossene Elterngeld wegen seiner Ungleichbehandlung von Müttern als verfassungswidrig gem. Art 3 GG gelten muss, stößt das von Manuela Schwesig geplante EG+ auf erhebliche Skepsis. Denn nicht mehr, sondern weniger Zeit fällt künftig für Familie ab! Für wie blöd hält uns eigentlich unsere Regierung?

http://www.tagesschau.de/multimedia/politikimradio/audio122848.html

Hier ein Leserbrief an die Schwäbische Zeitung zu ihrem Interview mit  der derzeitigen Familienministerin vom 4. Juni 2014:                                                       Zu: „Mehr Zeit für Familie und Beruf“                                                        Schwäbische Zeitung MEINUNG & DIALOG, 4. Juni 2014

Schon die Parole über dem Interview mit der süß lächelnden SPD-Familienministerin: „Mehr Zeit für Familie und Beruf“ ist (bewusst) irreführend gewählt. Sie soll vorgaukeln, dass sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen lassen. Die Betriebe buhlen ebenso um die Präsenz/ Arbeitskraft der jungen Leute, wie deren Kinder sich die liebevolle Nähe ihrer Eltern ersehnen. Zeit lässt sich aber leider nur einmal nutzen: mehr Zeit für Familie bedeutet weniger Zeit für den Betrieb und umgekehrt. Wenn neuerdings nach dem Willen der deutschen Familienministerin Vater und Mutter eines Neugeborenen je 32 Std. ihrem Betrieb zur Verfügung stehen sollen, so genießt ihr Säugling wöchentlich nur noch 8 Stunden mütterliche, und 8 Stunden väterliche Zuwendung,  also im Endeffekt 24 Stunden weniger Zeit mit den Eltern als bisher.  In zwei Jahren bedeutet dies, ausgehend von jährlich 42 Arbeitswochen, für das ersehnte  Wunschkind einen Verlust von 84 mal 24 Stunden, also 2016 Stunden zärtlicher Innigkeit. Und diesen Verlust verkraftet nicht jedes Kind. Im Übrigen ist auch Vätern ein Einkommensverlust wegen Familienarbeit ebenso wenig zuzumuten wie Müttern!

Frage: Wie ist das mit Müttern ohne Einkommen wegen bereits vorhandener zwei, drei oder weiterer Kinder? Werden die 300 Euro Elterngeld  auch halbiert, falls die Mutter aus purer Not eine Putzstelle annimmt?

Weil sich nur in den wenigsten Fällen das beschlossene Schwesig-Modell mit den Vorgaben der Betriebe verwirklichen lässt, werden die meisten Paare sich resigniert  für Vollzeitjob  und Vollzeit-Krippe entscheiden, was ja wohl auch der politisch erwünschte Effekt des Elterngeld-PLUS-Modells ist – zum Schaden der Kinder.

Wie hieß das Versprechen doch gleich? Mehr Zeit für Familie?  Kann es sein, dass unsere Kabinettsmitglieder allesamt nicht rechnen können? Oder will man uns mit einem Taschenspielertrick den Zeitverlust als Gewinn verkaufen?  Für wie dämlich hält uns eigentlich unsere Regierung?

 Bärbel Fischer, Leutkirch

Parkplätze für Kleinkinder

Wegen des Fachkräftemangels will die Bundesregierung Mütter mobilisieren – zur Freude der Wirtschaft. Den Preis zahlt die Familie. Von Jürgen Liminski

Nun ist die Katze aus dem Sack. Die Bundesregierung setzt, so heißt es in einem ministerialen Entwurf für das „Konzept Fachkräftesicherung“ vor allem auf Mütter und ältere Arbeitnehmer, um Fachkräfte zu gewinnen. In dem 27-seitigen Papier stellen acht beteiligte Ministerien sowie das Bundeskanzleramt dar, wie viele Fachkräfte bis 2025 fehlen und wie man diesen Mangel beheben will, nämlich, indem man auf Mütter und Frauen zurückgreifen wolle, hier lägen „erhebliche, auch kurzfristig zu mobilisierende Potenziale“. Federführend, um nicht zu sagen peitschenführend ist das Arbeitsministerium. Das liegt nicht nur in der Natur der Sache – es geht um den Arbeitsmarkt der Zukunft -, sondern auch in den Personen (Ministerin und ihre Abteilungsleiter) begründet. Frau Ursula von der Leyen, CDU, und ihre Hauptstütze Malte Riestau, SPD-Vordenker, den sie aus dem Familienministerium ins Arbeitsministerium mitnahm, hatten schon bei der Krippendebatte vor vier Jahren den Arbeitsmarkt im Sinn. Ihnen ging und geht es nicht um das Wohl der Kinder, sondern um das Wohl von Vater Staat und das Wohl der Wirtschaft.

Dieses familienfeindliche Denken wird nun am internationalen Tag der Familie offenkundig – eine Ironie der Geschichte. Ginge es der früheren Familienministerin und der Bundesregierung insgesamt um das Wohl der Kinder, dann hätte man im Zuge der Krippendebatte nicht nur um die Zahl der neu zu schaffenden Plätze diskutieren müssen, sondern vor allem um die Qualität der Betreuung. Diese Debatte aber fand nicht statt. Der Gesellschafts-und Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz formuliert es so: „Erwerbsarbeit ist der gesellschaftliche Attraktor der alles andere strukturiert. Deshalb müssen Mütter ohne Zeitverzug dem Arbeitsmarkt zugeführt werden; und deshalb wird Ganztagsbetreuung zur gesellschaftspolitischen Norm im Umgang mit Kindern. ‚Familienfreundlich’ heißt dann diejenige Politik, die Ganztagsbetreuung und Ganztagsschulen fördert…. Day care ermöglicht es den Eltern, Kinder zu haben, als hätte man sie nicht. So tanzen Wirtschaftspolitik und Frauenemanzipation gemeinsam um das goldene Kalb ‚Ganztagsbetreung’ – und man darf nicht fragen, wie sich das auf die Kinder auswirkt“.

Eine echte Qualitätsdebatte hätte natürlich die Frage aufwerfen müssen, woher die vielen neuen Erzieherinnen für die geplanten 500.000 neuen Krippenplätze kommen und vor allem, wo und wie sie ausgebildet werden sollen. Wenn man nur einen Schlüssel von 5 Kindern pro Erzieherin zugrunde legt, bräuchte man 100.000 neue Erzieherinnen. Wo ist in den Haushalten von Bund oder Ländern eine Aufstockung der Posten für die Ausbildung von Erzieherinnen vorgesehen? Wo sind die neuen Fachhochschulen? Wo sind die Studenten und Studentinnen für diese Schulen? Wo sind neue Lehrpläne, die auch den neuen Ergebnissen der Hirn-und Bindungsforschung Rechnung tragen? Wo ist überhaupt die Debatte über diese Fragen? Welcher Politiker wirft sie auf? Fazit: Die Qualitätsdebatte findet nicht statt, die 500.000 neuen Krippenplätze sind Parkplätze für Kleinkinder, damit die jungen Frauen möglichst schnell wieder an die Kasse im Supermarkt, in die Büros, an das Fliessband zurück können.

Und genauso war es auch geplant. Denn junge Frauen sind heute besser ausgebildet als früher, seit dem Wintersemester 98/99 schreiben sich auch mehr Frauen als Männer an den Universitäten ein und sind in der Regel schneller fertig mit ihrem Studium als Männer. Da sie statistisch gesehen zudem noch rund 22 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, sind sie von der Wirtschaft auch besonders begehrt. Wenn sie ein Kind bekommen sind sie außerdem an einem Arbeitswechsel wenig interessiert, also noch firmenloyaler als die Männer. Keine ernsthaften Fragen nach dem Wohl der Kinder – das hat man mit kurzfristigen aber wissenschaftlich fragwürdigen Studien, vor allem der Bertelsmann-Stiftung, schon im Vorfeld abgewürgt – aber mehr preisgünstige Qualität der jungen Frauen und Mütter, da ist es schon verständlich, dass man dieses Potential unbehelligt von lästigen Qualitätsdebatten zum Wohl der Wirtschaft heben will. Und sich nun anschickt, das auch zu tun. Es hat den faden Geschmack der Ausbeutung von Familie und der Zukunft. Es spielt keine Rolle, welche Wirkung die Krippenbetreuung hat. Selbst regierungsnahe Experten und Berater sagen gelegentlich, dass man frühestens ab 18 Monaten ein Kind von der Mutter trennen sollte. Wassilios Fthenakis, überzeugter Krippenbefürworter, drückt es so aus: „Die Bindungsqualität ist heute genauso wichtig wie früher… Die Eltern lassen sich durch nichts ersetzen… Man kann aber das Aufwachsen des Kindes bereichern, wenn es in eine Einrichtung von hoher Qualität geht“. Diese Einrichtungen gibt es vielleicht als Pilotprojekte oder Einzelfälle. Ansonsten ist Deutschland Qualitätswüste und tobt hier ein auch politisch gesponserter Expertenkrieg, bei dem sich die Bindungsforscher in Deutschland erstaunlich zögerlich verhalten, während sie im Ausland immer deutlicher vor den Folgen der Fremdbetreuung warnen, etwa in Großbritannien, aber auch in Frankreich und Schweden. Für ideologiefreie Bindungsforscher ist klar: Fremdbetreuung ist Risikobetreuung. Es kommt aber, wie die Bindungsforschung in zuverlässigen Langzeit-Studien ergeben hat, auf die individuelle Förderung an und niemand kann individueller fördern als die Mutter.

Aber Fremdbetreuung ist nötig, um das Potential an Fachkräften unter den jungen, gut ausgebildeten Frauen zu erschließen. Nur ideologisch ist es zu verstehen, wenn die Bundesregierung unter Federführung von Frau von der Leyen und ihrem geistigen Mentor Malte Riestau empfiehlt, die Kinder „in professionelle Hände zu geben“. So redet man, wenn man social engineering betreibt und nicht nur die liebende Beziehung zwischen Mutter und Kind außer Acht lässt, sondern auch die Bindungsqualität als zweitrangig ansieht. Was zählt ist das Funktionieren der Wirtschaft. Dass diese Politik nicht weit führt und den künftigen Generationen das Wasser abgräbt, in dem die jetzigen Politiker so schön lau baden, ist ein Problem eben der künftigen Generationen in Deutschland. In Finnland und Frankreich hat man dagegen aus den Erkenntnissen der Bindungsforschung einen doppelten Schluß gezogen: Zum einen baut man das Institut der Tagesmutter aus und diese darf nicht mehr als vier Kinder betreuen, zum anderen unterstützt man die Familien auch finanziell direkt und individueller. In Deutschland zieht man die Banken den Familien vor. Das ist zwar teurer und auch nicht nachhaltig, aber dadurch sichert man sich für ein paar Jahre Ruhe und vielleicht auch Wahlerfolge. Was danach kommt ist offen. Das kann eine gesellschaftliche Sintflut sein oder eine materielle wie geistige und emotionale Verarmung. Aber das ist später. Jetzt ist Fachkräftemangel. Da muss man eine Lösung aus der Schublade ziehen. Die liegt schon seit Jahren drin, jetzt wird sie präsentiert.

Der Autor ist Verfasser einschlägiger Bücher:
Jürgen Liminski: Die verratene Familie – Politik ohne Zukunft. Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg, November 2007, ISBN: 978-3-86744-025-7
und
Martine und Jürgen Liminski: Abenteur Familie – Liebe und was sonst noch nötig ist. Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg, 2.Auflage, mit einem Vorwort von Paul Kirchhof.
ISBN:978-3-929246-78-0